Tschuess Deutschland - Hello Canada

Von Engensen nach Vancouver - Familie Pflueger geht nach Canada!

Ereignisse im April 2010

Red Seal geschafft! - Petra sammelt Bueroerfahrungen - Wir haben endlich ein Haus gemietet

BildDas waere geschafft. Seit kurzem darf ich mich ganz offiziell mit dem Titel "Red Seal Bricklayer" schmuecken. Die Pruefung habe ich im ersten Anlauf geschafft. Ich kann jetzt, wenn ich will, in allen Provinzen Canada's damit angeben und mich bei allen Arbeitgebern die Wert auf ein solchen Canadischen "Gesellenbrief" legen bewerben. In der freien Wirtshaft legt allerdings kaum ein Unternehmen Wert darauf. Entweder kannst du deinen Job oder du kannst ihn nicht. Da hilft dir am Ende auch kein Red Seal certificate. Trotzdem mal wieder eine schoene Bestaetigung, das man doch nicht total doof ist und mit den Canadiern mithalten kann.
Nachdem ich das Red Seal in den Haenden hatte, ist mein Jagdinstinkt geweckt worden und ich hab nachgeforscht, ob es auch so etwas wie einen Candischen Meisterbrief gibt. Gibt es nicht. Red Seal ist das Ende der Handwerklichen Ausbildungsmoeglichkeiten in BC. Es gibt natuerlich die Moeglichkeit sich an Fachhochschulen oder Universitaeten weiterzubilden, aber erstens kostet das 'ne Stange Geld und zweitens dauert es Jahre bis man da einen Abschluss oder Diplom in der Hand hat. Einzelne Kurse, zum Beispiel bei der renomierten technischen Hochschule BCIT, sind da schon erschwinglicher. Ich bin grade am erforschen, ob die BCIT evtl. den Inhalt der deutschen Meisterpruefung in irgendeiner Form als gleichwertig anerkennen wuerde. Eine erste Antwort von der Abteilung ICES (international credential evaluation service) war negativ. Nur akademische Abschluesse werden unter Umstaenden anerkannt. Handwerkliche Ausbildungen fallen unter die Zustaendigkeit der ITABC (Industry Training Authority of BC) und die kennen wie gesagt nichts hoeheres als das Red Seal. Was die bisher allerdings auch noch nicht kennen, ist meine Hartnaeckigkeit. Das letzte Wort ist von mir auf dem Gebiet noch nicht gesprochen.

Petra blueht zusehends auf in Ihrem neuen "Job". Sie geht voll auf in Ihrer Taetigkeit als accounting clerk was soviel heisst wie Buchhalterin oder eben auch Buerokauffrau. Jeden Tag von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr arbeitet Sie zusammen mit ca. 6 Kolleginnen die allesamt auf der Suche nach einem richtigen Job sind, um die beruehmte canadische Arbeitserfahrung zu bekommen. Sie merkt jetzt endlich, dass Sie auch in einem Buero arbeiten kann, das Ihr Englisch gut genug ist um sich mit Kollegen und Vorgesetzten zu verstaendigen und das es es durchaus eine ansehnliche Zahl von "Mitbewerbern" gibt die weniger gut ausgebildet sind um mal hoeflich zu bleiben. Nach den ersten 6 Wochen geht es nun in die heisse Bewerbungsphase. Jetzt werden Resume und cover letter verfeinert, Jobinterviews geuebt und natuerlich Bewerbungen geschrieben. Die fuer ihren Beruf zustaendige Berufsvereinigung CGA wird in der kommenden Woche ihren Kaufmannsbrief unter die Lupe nehmen und ihr dann sagen, ob ihre deutsche Ausbildung in irgendeiner Form anerkannt wird. Meine Prophezeiung: Natuerlich nicht, schliesslich wollen die hier mit ihren eigenen Buchhaltungskursen auch Kohle verdienen.

Bild Nach ziemlich genau 3 Jahren in unserem Apartment in Coquitlam, haben wir nun endlich ein etwas groesseres Domzil gefunden, was unseren Anspruechen gerecht wird und auch noch bezahlbar ist. In einem schoenen Wohngebiet in Coquitlam haben wir ein Haus gemietet. Ende Mai werden wir voraussichtlich umziehen. Das Haus liegt an einem Hang nur rund 3 Kilometer von unserem jetzigen Wohnort entfernt. Ausfuehrliche Fotos folgen sobald wir umgezogen sind und wieder alle Tassen im Schrank haben. Ein Bild kann ich schon liefern. Unser zukuenftiger Ausblick aus dem Wohnzimmerfenster auf die Coast Mountains und das Burrard Inlet. Im Erdgeschoss leben noch 2 junge Maenner die aber nach Auskunft des Vormieters sehr ruhig sind und keinerlei Schwierigkeiten machen.
Zukuenftig haben wir ein Schlafzimmer mehr und das wichtigste, einen geraeumigen Aussenbereich mit viel Platz fuer einen Grill. Petra und Patrick sind noch etwas skeptisch, weil sie zukuenftig taeglich bergsteigen muessen um nach Hause zu kommen, aber ich als Autofahrer kann diese Bedenken gar nicht teilen.
Ein Carport direkt an der Strasse hat genug Platz fuer das Auto und vielleicht ist neben der Hofeinfahrt auch Platz fuer einen Pfeiler. Somit stuende dem ersten offiziellen Pfeilerbier in Canada nichts mehr im Wege. Dann klappt's auch endlich mit den Nachbarn -wetten? Prost!

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