Patricks Fahrkuenste verbessern sich langsam aber stetig. Das langsam liegt
nicht an ihm, sondern an der Tatsache, dass wir nur an den Wochenenden Zeit
haben um zu ueben. Fahren bei Dunkelheit im Grossstadtverkehr will ich Ihm
noch nicht zumuten. Unterm Strich ist er aber schon laenger und weiter Auto
gefahren als Petra, seitdem sie in Canada ist. Landstrasse, Autobahn und
Kleinstadtverkehr hat er schon gemeistert. Parkluecken haben wir auch schon
geprobt und wie man einen ruecksichtslosen Autofahrer der einem beim
einfaedeln kein Platz laesst zum fluchen bringt weil man trotzdem einfaedelt,
kann er jetzt auch. Die Lektion: 'Bedeutung von Stopzeichen' werden wir
nochmal wiederholen muessen. Patrick faehrt ganz gerne drueber ohne
anzuhalten, was mir als hilflosen Beifahrer auch manchmal kurzfristig den
Schweiss auf die Stirn treibt. "Kam doch keiner." ist meist sein knapper
Kommentar. Unterm Strich ist es schon schoen einen Fahrer zu haben. So kann
ich auch mal die Gegend geniessen und ausgedehnte Fahrten durch bisher von
mir unerforschtes Gebiet unternehmen, ohne dass Petra rummeckert, das sei
doch Spritverschwendung. Ne Petra, nix Spritverschwendung, Fahrstunden heisst das jetzt. Neulich ist
Patrick sogar eingesprungen als wir Abends von einer Gluehweinprobe nach Hause
wollten und weder Petra noch ich fahren konnten wollten.
Patrick ist auch gefahren, als es zu einem Angelausflug mit Uebernachtung nach Harrison Mills ging. Zusammen mit Markus und seinem Sohn Doménique gings auf einen Campground direkt am Harrison River. Gefangen haben wir zwar nichts, aber Spass hatten wir ne Menge. Patrick hat es sich in seinem Zelt gemuetlich gemacht. Ich durfte nicht im Zelt schlafen, weil ich angeblich Schlafgeraeusche mache, also hab ich mich, als es soweit war, ins Auto gelegt. Der Ford Taurus bietet bei umgeklappter Ruecksitzbank ausreichend Platz fuer eine Luftmatraze. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass ich mir den Arsch abfrieren wuerde, obwohl ich mit voller Montur im Schlafsack lag. Der naechste Angelausflug wird sicherlich in einer waermeren Jahreszeit stattfinden.
September bis November ist die Zeit, wenn die Lachse wandern. Dieses Naturschauspiel ist in nahezu jedem Fluss und Bach zu beobachten und fasziniert uns jedes Jahr wieder. Wir haben hiervon fleissig Bilder gemacht und in unserem brandneu reorganisierten Fotoalbum veroeffentlicht. Apropos Fotoalbum: Sozusagen als kleines Weihnachtsgeschenk fuer unsere Leser, habe ich eine neue Software auserkoren um unsere Bilder im Internet zu praesentieren. Hunderte von bisher nicht veroeffentlichten Bildern der letzten 3,5 Jahre gibt es hier jetzt chronologisch angeordnet zu betrachten. Die Bildersammlung fuer 2009 folgt in den naechsten Tagen. Sollte sich auf den Bildern jemand wiedererkennen der nicht im Internet veroeffentlicht werden moechte, kurze Mitteilung genuegt und ich loesche das betreffende Bild umgehend. Ich hab auch eine ganze Menge selbstgedrehte Videos auf der Festplatte und weiss, dass in meinem letzten Tagebucheintrag ein Link nicht aktiviert war, der eigentlich zu neuen Videos fuehren sollte. Ich kuemmere mich in kuerze um die Neugestaltung der Videoseite. Bis dahin schalt ich die alte Videoseite aber erstmal ab.
Der Dezember war bei uns gepraegt von Krankheit. Ich hatte schon im November ein paar Tage Grippe und wurde von der Arbeit nach Hause geschickt, damit ich niemanden anstecke. Anfang Dezember wieder fit und zurueck zur Arbeit, um nach ein paar Tagen wieder flach zu liegen. Da am 17. Dezember meine 2. Herz-OP anstand, habe ich dann beschlossen zu Hause zu bleiben um zur OP wenigstens fit zu sein. Die OP, oder wie der Professor es nennt 'The Procedure', ist genau wie beim letzten mal gut verlaufen. Ich bin morgens hin und abends wieder raus aus dem Krankenhaus. Diesmal hat der Prof. allerdings eine etwas laengere Erholungsphase verordnet. Anfang Januar gehe ich aber auch mal wieder arbeiten. Eine so lange Krankheitsphase ist zwar selbst bei der UBC nicht als bezahlte Ausfallzeit abgedeckt, aber ich bin mal zuversichtlich, dass ich den Ausfall in den kommenden Monaten wieder reinholen kann. Ob diese ganze rumkokelei an meinem Herzen am Ende erfolgreich war, weiss ich erst in ein paar Monaten. Letztes mal hatte ich auch gut 3 Monate Ruhe bevor es wieder losging mit Herzrhythmusstoerungen. Petra laboriert auch seit 3 Wochen an einer kraeftigen (Schweine?-) Grippe rum. Ungewoehnlich fuer Sie, aber keine Sorge, Sie steht unter aerztlicher Aufsicht.
Jetzt sind es schon fast 2 Jahre in denen ich hier mehr oder weniger rumkraenkele. Mein, nennen wir's mal instabiler Gesundheitszustand ist auch der Hauptgrund warum es bei uns eigentlich langsamer vorangeht, als ich es mir wuenschen wuerde. Groessere (kostenintensive) Entscheidungen, wie zum Beispiel das anmieten eines Hauses oder gar der Kauf eines Hauses, stellen wir immer wieder zurueck mit Blick auf meinen Gesundheitsszustand. Ich will wirklich hoffen, dass ich nun bald wieder fit bin und die Dinge hier so angehen kann, wie ich es eigentlich wollte. Seit fast 2 Jahren habe ich das Gefuehl mit angezogener Handbremse zu fahren. Was mich dann wieder aufbaut sind so Momente, wenn ich zum Beispiel unsere eigenen Canada Fotos angucke und dann feststelle, was wir in den letzten 3 Jahren alles gesehen und erlebt haben. Das kriegt manch anderer sein ganzes Leben lang nicht auf die Reihe.
Ganz kurzfristig haben wir soeben beschlossen, das Weihnachtsfest anders zu feiern als sonst. Wir werden diesmal den nordamerikanischen Weg gehen und die Bescherung erst am 25. Dezember nach dem Gottesdienst machen. Petra musste die Nacht vom 23. auf den 24. arbeiten und wuerde wahrscheinlich sonst unterm Tannebaum einpennen. Ausserdem ist der Baum noch gar nicht geschmueckt. Wie auch, hab' ich ja erst gestern gekauft.
Wir wuenschen allen unseren Lesern eine froehliche Weihnacht, besinnliche Festtage und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2010.
Bleiben Sie uns gewogen.