Tschuess Deutschland - Hello Canada

Von Engensen nach Vancouver - Familie Pflueger geht nach Canada!

Ereignisse im April 2008

Sabrinas Abiturprüfungen - Kiffertreffen in Vancouver - Schon wieder im emergency room - Besuch einer Jobfair in Downtown -  3. Deutschentreffen mit Grillen - Buntzen Lake Halbumrundung - Patricks Spanischkenntnisse - Vatertag - Immobilienpreise

BildSchon wieder der 30. und ich sitze vorm leeren Bildschirm. Was gibt´s neues im Hause Pflüger in Coquitlam/Vancouver?  Erstmal das wichtigste. Sabrina hat Ihre schriftlichen Abiturprüfungen in DE offensichtlich ganz gut gemeistert. Zumindest hat Sie ein gutes Gefühl. Ergebnisse gibt es demnächst. Jetzt steht ihr nur noch eine mündliche Prüfung bevor, aber die schafft sie bestimmt auch locker. Gratulation mein Schatz!

In Downtown Vancouver fand am 20. April eine Demonstration der besonderen Art statt. Nein, nicht das was der Geschichtsbewusste Deutsche mit diesem Datum in Verbindung bringt. In Downtown Vancouver haben sich an diesem Tag rund 3.000 Marihuana Raucher getroffen um gemeinsam in der Öffentlichkeit ein paar durchzuziehen. Canada steht ja in dem Ruf ein Land der Kiffer zu sein. Tatsächlich wusste eine Tageszeitung zu berichten, dass einer Studie zufolge rund 53% der Einwohner von British Columbia schon mindestens einmal Hasch geraucht haben. Ich gehöre also wieder mal zur Minderheit. Die Polizei sah in dieser Zusammenkunft keinerlei Grund zum eingreifen. Der Polizeichef sagte Sinngemäß. ´Wir sehen keinen Grund dagegen vorzugehen. Wir haben größere Probleme in der Stadt als ein paar friedliche Kiffer´

Nachdem ich Mitte März schon einmal in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses war, durfte ich 3 Wochen später schon wieder rein. Die selbe Diagnose wie beim ersten mal: Atrial Fibrillation was auf Deutsch wohl Herzrhythmusstörungen heißt. Beim ersten mal hat die behandelnde Notärztin die Sache noch runtergespielt. So nach dem Motto: Das kriegt jeder mal - kein Grund zur Sorge. Man hatte mich kurz in Narkose versetzt und dann mit einem Elektroschock das Herz wieder in den Normalen Takt gebracht. 1 Stunde später konnte ich nach Hause gehen. Beim zweiten mal, 3 Wochen später, dieselbe Prozedur, kurze Narkose - Elektroschock - ab nach Hause. Zufällig war an diesem Tag aber eine Kardiologin im Krankenhaus die sich meiner annahm. Die ordnete einige zusätzliche Untersuchungen an, um der Sache auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis habe ich gestern erhalten. Alles im grünen Bereich. Es besteht kein Grund zur Besorgnis. Das kann zwar immer wieder mal vorkommen, aber ich stehe jetzt auf einer Warteliste für eine spezielle Katheterbehandlung die allerdings erst in ca. 2 Jahren durchgeführt werden kann. Meine Befürchtung, dass diese Angelegenheit sich negativ auf unsere PR Bewerbung auswirkt, hat die Kardiologin aber zurückgewiesen. "Das ist ganz sicher kein Grund, dass man Sie nicht dauerhaft ins Land lässt" Hoffentlich behält sie Recht.
BildPetra hatte zumindest Unrecht, als Sie schon nach dem ersten Vorfall Messerscharf meinen gelegentlichen Kartoffelchipskonsum als Ursache meiner Beschwerden verantwortlich machte. O-Ton: "Kein Wunder, das es dir dreckig geht, bei den vielen Chips die du in dich hineinfrisst!" Ich leugne standhaft. Meistens kriege ich sowieso nur die Hälfte ab. Sobald Patrick was rascheln hört, steht er mit einer Schale vor mir und fordert seinen Anteil. "Sonst sage ich´s Mama!" Alte Petze!

Petras Englischklasse hat mal wieder einen Ausflug gemacht. Jobfair in Downtown Vancouver Public Library. Zwar hat Sie nach wie vor den Job bei Zellers, aber mir geht dieses Nachts Arbeiten langsam aber sicher auf den Keks. Das kann ganz sicher kein Dauerzustand bleiben. Also ich habe mir den Tag auch frei genommen, um Petra zu begleiten und evtl. ein anderes Jobangebot für sie mit nach Hause zu nehmen. Es waren einige Firmen und Behörden vor Ort vertreten die offensichtlich Leute suchen. Kleiner Auszug aus der Liste: Der Energieversorger BC-Hydro, die Kaffeehauskette Starbucks, das Telekommunikationsunternehmen Telus, die Restaurantkette Dennys, die Drogeriekette London Drugs, die Luxushotelkette Fairmont Hotels, die Stadt Surrey, Coast Mountain Bus Company und andere. Leider ist nichts greifbares dabei rausgekommen. An jedem Stand wurde man nach einigen Sätzen auf die Internetseiten des jeweiligen Unternehmens (siehe Links) verwiesen und um eine Onlinebewerbung gebeten. Das war also ein Schuss in den Ofen. Aber wenigstens haben wir mal die imposante Vancouver Stadtbibliothek von innen gesehen, die schon Kulisse für einige Kinofilme war. Außerdem waren zum Mittag zum ersten mal Indisch essen. Sehr lecker und wirklich günstig.

Das dritte Treffen von Deutschen in Coquitlam und Umgebung war auch sehr gut besucht. Rund 60 Teilnehmer, wovon rund 20 Kinder waren. Das Wetter hatte ich passend bestellt: Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Das ideale Wetter um die Grillsaison zu eröffnen und das haben wir auch gemacht. Die Picknickarea in Belcarra ist ideal für solche Veranstaltungen. Traumhafte Umgebung, überdachte Sitzplätze und eine Menge Spielgeräte für die Kinder. Kinder und Erwachsene hatten ihren Spaß. Während der kommenden schönen Jahreszeit werden wir das wohl noch mehrmals an wechselnden Orten wiederholen. Termine und Details sind entweder auf unseren Seiten oder auf den Seiten der Vancouver German Language Group zu finden.

Das mittlerweile überwiegend schöne Wetter und vor allem die Helligkeit bis deutlich nach 20.00 Uhr laden regelrecht dazu ein nach Feierabend noch mal raus in die Natur zu gehen. So geschehen am letzten Samstag. Patrick und ich sind zum Nahe gelegenen Buntzen Lake gefahren, um mal die andere Seite zu besuchen. Der rund 4 Kilometer lange Wanderweg zum North Beach führt durch den Wald in Ufernähe entlang und hat ca. 1,5 Stunden gedauert. Ich wollte eigentlich noch weiter gehen bis zum Indian Arm, aber Patrick hat gestreikt. Zurück sind wir dann die "Straße" gegangen was auch deutlich schneller ging.

Patricks Zwischenzeugnis ist wieder mal sehr gut ausgefallen. Vor allem in Spanisch wo er 98% erreicht hat. Zuhause dürfen wir jetzt nicht mehr englisch sprechen, weil er deutsch nicht verlernen will. Dafür sabbelt er uns jetzt öfter mit Spanisch zu, was wir natürlich überhaupt nicht verstehen. Seine Freizeit verbringt er nach unserem Geschmack viel zu oft vor der Playstation. Wir hatten aus diesem Grund schon eine Sportart gesucht die ihm Spaß machen könnte und nun auch endlich eine gefunden. Taekwondo. Wir waren zweimal bei einem Probetraining und Patrick gefällt´s. Allerdings sind die Kosten für einen einjährigen Kurs noch etwas außerhalb unserer derzeitigen Möglichkeiten. Mal abwarten. Es gibt sicher auch günstigere Sportarten.

Vatertag ist in Deutschland am 1. Mai. Prost dazu von hier aus. Es gibt aber auch einen Fathers Day in Canada. Der ist in diesem Jahr am Sonntag, den 15. Juni. Mit einem Alkoholbeladenen Bollerwagen durch die Gegend zu ziehen fällt hier allerdings flach. Es ist verboten in Canada Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken. Anders als beim Kiffen versteht die Polizei bei Alkohol keinen Spaß und greift hart durch. Aber soll ich deswegen etwa die Droge wechseln? Ich glaub nicht.

Für potentielle Immobilienkäufer in BC habe ich eine recht interessante Internetseite gefunden. BC Assessment, eine Behörde der Provinz, bewertet jährlich neu jede einzelne Immobilie in ganz British Columbia und diese Zahlen kann man auf deren Internetseiten abrufen. Die Zahlen dienen den Kommunen als Grundlage für die vom Eigentümer jährlich zu zahlenden Property Tax, wohl am ehesten vergleichbar mit der Grundsteuer in DE. Wer also ein bestimmtes Haus oder Grundstück in BC im Auge hat, kann den Wert ganz leicht abfragen. Wieviel tatsächlich dafür bezahlt wird ist natürlich danach immer noch Verhandlungssache, aber einen guten Anhalt gibt das allememale. Für uns verdichtet sich allerdings der Verdacht, dass ein Immobilienerwerb im Großraum Vancouver bei derzeitigen Einkommensverhältnissen vollkommen illusorisch ist. Ich spiele also weiter Lotto....

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